030613 KU Was tun gegen Ausbeutung und Menschenhandel in Österreich?

  • 2-std., 3,0 ECTS
  • max. 25 Teilnehmer
  •  Anmeldung von 09.02.2018 bis 04.03.2018 über U:SPACE

Terminübersicht:

  • 12.03.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 19.03.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 09.04.2018 14:30 - 16:00 (!) Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 16.04.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 23.04.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 30.04.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 07.05.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 14.05.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 28.05.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 04.06.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 11.06.2018 14:30 - 16:00 (!) Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG
  • 18.06.2018 15:00 - 16:30 Uhr, SR des Instituts, Schenkenstraße 4, 2. OG

Lehrende

Katharina Beclin


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung


Ziel der Lehrveranstaltung

  • Diese Lehrveranstaltung soll angehenden Jurist*innen die praktische Bedeutung der Problematik von Ausbeutung und Menschenhandel näherbringen, indem anhand von empirischen Befunden über die bisher in Österreich beobachteten Erscheinungsformen von Ausbeutung und Menschenhandel berichtet und herausgearbeitet wird, woran die Strafverfolgung von Ausbeutung und Menschenhandel scheitern kann. Diesbezüglich sind „Schwächen“ der einschlägigen Straftatbestände ebenso zu erörtern, wie prozessuale oder aufenthaltsrechtliche Regelungen, die die Rechtsdurchsetzung erschweren, aber auch faktische Hindernisse, wie die Einschüchterung oder Traumatisierung der Opfer oder Interessenskonflikte bzw. Ambivalenzen seitens der Ausgebeuteten, für die ein schlechter Job dennoch – als Existenzsicherung – unverzichtbar sein kann.
    In diesem Zusammenhang werde ich auch die Ergebnisse der Studie zur strafrechtlichen Aufarbeitung von Baubetrug mittels Scheinfirmen vortragen, die ich im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger durchgeführt habe.
    Einen weiteren Schwerpunkt der Lehrveranstaltung bilden Präventionsansätze außerhalb des Strafrechts. Große Bedeutung kommt dem Ausbau der Rechte der Arbeitnehmer*innen und einer wirksamen rechtliche und soziale Unterstützung der „Schwächsten“ im System, nämlich der undokumentiert Arbeitenden (siehe https://undok.at/) zu. Auch die Bemühungen um möglichst weitreichende Entschädigung der der Opfer haben einen präventiven Effekt, setzen allerdings – wie das Strafrecht – erst ein, wenn es schon zu einer Rechtsverletzung gekommen ist.
    Die bisherigen Erfahrungen legen nahe, dass ein interdisziplinärer Zugang zur Prävention am ehesten erfolgversprechend ist. Neben Reglementierungen im Arbeitsrecht (beispielsweise betreffend Leiharbeit) soll die Auftraggeberhaftung als Beispiel diskutiert werden.

Zum Ablauf der Lehrveranstaltung:

  • Jeder Themenschwerpunkt beginnt mit einem Vortrag der Lehrveranstaltungsleiterin. Dann folgen jeweils die Referate der Teilnehmer*innen und eine gemeinsame Diskussion.
    Die Referatsthemen werden (samt Literaturtipps) von der Lehrveranstaltungsleiterin vorgegeben.
    Mitarbeit ist sowohl in den Lehrveranstaltungseinheiten möglich als auch im Moodle-Forum durch Posten einschlägiger Beiträge.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

  • Grundlagen der Benotung: Die Note setzt sich zu 75% aus dem Referat und dem hierzu erstellen Handout und zu 25% aus Mitarbeitsleistungen zusammen.
    Anwesenheitserfordernis: zumindest 75%.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

  • Grundlagen der Benotung: Die Note setzt sich zu 75% aus dem Referat und dem hierzu erstellen Handout und zu 25% aus Mitarbeitsleistungen zusammen.
    Anwesenheitserfordernis: zumindest 75%.

Prüfungsstoff

  • Die Referatsthemen werden in der ersten Einheit am 12.3.2018 von 15:00 bis 16:30 vergeben bzw. verlost. Die Liste der Referatsthemen wird Ende Februar auf die Plattform gestellt.

Literatur

Literatur (Auszug):

  • Amesberger, Helga, Sexarbeit in Österreich - Ein Politikfeld zwischen Pragmatismus, Moralisierung und Resistenz, Wien, new academic press, 2014.
  • Global Alliance against Traffic in Women, Anti-trafficking review. Began with: Issue 1 (June 2012).
  • Henning, Juanita ; Walentowitz, Gerhard, 10 Jahre Prostitutionsgesetz: Mehr Menschenhandel durch Legalisierung von Prostitution? Ein aktuelles Lehrstück über den Umgang von Wissenschaft mit dem Thema ‚Menschenhandel‘, Kritische Justiz, 2012, Vol.45(4), pp.460-465.
  • Jarosch, Gerhard, Menschenhandel aus der Sicht der Praxis, in Landesgruppe Österreich der Internationalen Strafrechtsgesellschaft (AIDP) und Österreichischer Juristenverband. [Red.: Michael Leitner], Menschenhandel - Herausforderungen und Bekämpfungsstrategien ;, Wien, 2008
  • Kreutzer, Mary, Milborn, Corinna, Ware Frau – Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa. Salzburg: Ecowin Verlag GmbH (2008).
  • Niedermeier, Alexander ; Nürnberger, Monika, Herausforderung Menschenhandel. Dimensionen, Defizite, und was im deutschen Kontext zu tun ist; GWP - Gesellschaft Wirtschaft Politik, 2014, Vol.63(4).
  • Vorheyer, Claudia, Prostitution und Menschenhandel als Verwaltungsproblem : Eine qualitative Untersuchung über den beruflichen Habitus; transkript Verlag, 2014.